chucks in the sand
Exigere

Man darf sich vom Verlangen bewegen lassen, aber nur, wenn man es unter Kontrolle hat. Sonst richtet es verheerenden Schaden an.

Indische Weisheit

Jaah.. schön das irgendwer irgendwann einmal so klug daher geredet hat, aber wer von all diesen Weisen hat einem mal einen Tip mit auf den Weg gegeben, wie diese wunderhübsche und bestimmt gut durchdachte Theorie in die Tat umzusetzen ist?

Wie beherrsche ich mein Verlangen, wenn mein Wille zu schwach ist, um ihm länger stand zu halten? Wie schaffe ich es stark zu bleiben?

Gar nicht.

Ich versage, Tag für Tag aufs neue.

Richte verheerenden Schaden an.

Ich weiß, dass ich es nicht machen sollte, dass es mir danach ja doch nur um so schlechter geht, doch in dem Moment, in dem mich mein Verlangen übermannt, und meinen kleinen schwachen geistigen Widerstand über den Haufen rennt, da ist dieses Wissen plötzlich völlig unbedeutend. Es wird verdrängt, ganz tief in mir selbst vergraben damit die Gier in meinen AUgen hemmungslos flackern kann. In diesen Momenten zählt nur das Jetzt. Nur der gerade durchlebte Moment ist wichtig, die Zukunft, all die fatalen Konsequenzen meines Verlangens kümmern mich einen Dreck.

Und wurde das Verlangen dann gestillt, ebbt die blinde Gier langsam ab, gräbt das Wissen um meinen Fehler sich um so schmerzhafter wieder aus mir herraus. In kanllroten, leuchtenden Buchstaben schreit es mir "Schwächling!" zu. Wieder einmal habe ich es nicht geschafft zu widerstehen. Wieder einmal habe ich nachgegeben. Obwohl ich es nicht wollte. Meine animalischen Urinstinkte haben über den Intellekt gesiegt.

So gerne ich es auch leugne, so gerne ich mir einrede, dass es nie wieder vorkommen wird, dass ich das nächste Mal stark sein werde, widerstehen werde, so gewiss weiß ich auch, das es anders kommen wird.

Hallo Verlangen.

7.9.07 13:45


Memoria

Wie töricht, zu bedauern und zu beklagen, dass man in vergangener Zeit die Gelegenheit zu diesem oder jenem Glück oder Genuss hat unbenutzt gelassen!

Was hätte man denn jetzt mehr daran? -

die dürre Mumie einer Erinnerung.

Arthur Schopenhauer

Ich hatte die feste Absicht jetzt zu schreiben, warum ich dieses Zitat so voll und ganz überhaupt nicht zutreffend finde.

Was hat man im hohen Alter denn sonst noch, woran man sich erfreuen kann, wenn nicht die Erinnerung an vergangene Tage? Vor allem da unser Gedächtnis ja die bemerkenswerte Eigenschaft hat, sich besonders intensiv an all das Schöne, Erfreuliche und Glückliche im Leben zu erinnern und all die Peinlichkeiten und Schmerzen zu verdrängen.

Ist es nicht eine schöne Vorstellung: Unser älteres Ich, im Schaukelstuhl sitzend, mit einem glückseligen Lächeln auf den schrumpeligen Lippen, in Erinnerungen an die herrlichen vergangenen Tage schwelgend?

Bis eben hätte ich enthusiatisch nickend zugestimmt: Genau! Vom Leben bleibt mir nichts, außer meine Erinnerungen.

Schönheit? Vergeht.

Wissen? Im Alter unnütz.

Familie und Freunde? Eben.

Unsere Mitmenschen, die wir so gerne in unserer Nähe haben, sind es, die das Leben heute wie später lebenswert machen. Was brauche ich eine Erinnerung an einen lustigen Abend mit Freunden, an meine Hochzeit, an glückliche Ehejahre, wenn ich all das noch immer tagtäglich und life erleben darf? Eine Erinnerung wird nie die eigentliche, tatsächlich erlebte Situation aufwiegen. Sie ist eben doch nur ein Schatten. Und wenn ich selbst in späteren Jahren schon ein Schatten meines früheren Selbst sein werde, warum sollte dann auch noch mein Leben ein solcher sein?

Die Gelegenheit zu jenem Glücke ist verstrichen? Und damit eine weitere frohe Erinnerung verloren gegangen? Wen kümmerts schon, solange man daraus lernt, dann eben die nächstbeste Gelegenheit zu ergreifen. Und zwar nicht im Hinblick auf möglichst viele gute Erinnerungen, die der Mensch sammeln will, sondern mit der festen Absicht, so viel Glück wie möglich in jedem einzelnen Moment zu genießen!

Es ist doch egal, wie viele Erinnerungen der Greis am Ende aufweisen kann, wenn er jeden Tag aufs neue welche dazu gewinnt. Wenn er lebt anstatt zu schwelgen.

5.9.07 20:46


Definitio

Ich schreibe am liebsten nachts.

Dann, wenn mich keine Menschen (reale oder durchs Internet personifizierte) mehr versuchen abzulenken.

Weil alle Schlafen.

Dann, wenn mich meine Umgebung nicht mehr ablenkt.

Weil alles dunkel ist.

Dann, wenn ich mich ganz auf mich konzentrieren kann. Auf meine innere Stimme, die meinen Fingern sagt was sie schreiben sollen.

Innere Stimme, worüber sollen wir schreiben? *quietsch*

*erhaben räusper*

-eine dunkle Stimme antwortet-

Parerga.

Mein Leben, meine Gedanken, meine Meinung.

Parerga.

Eben nur, denn für mehr ist kein Platz, nicht wenn es sich hier nur um ~Schwarz auf Chucks~ handelt.

5.9.07 18:00



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